Sonntag, 3. März 2013

[Rezension] Portrait in Sepia - Isabel Allende


Porträt in Sepia
Bild und weitere Infos HIER




Verlag: Suhrkamp
Preis: 10,00€
Gebunden
Seiten: 582
ISBN: 978-3-518-46384-0












Inhalt

In Portrait in Sepia erzählt Aurora del Valle ihre Lebens- und Familiengeschichte. Tochter einer wunderschönen, naiven Frau und eines Bonvivants, der die Vaterschaft nicht anerkennt, wird sie von einem Cousin ihres Onkels adoptiert und wächst bei ihren Großeltern mütterlicherseits auf. Als sie fünf Jahre alt ist, stirbt ihr geliebter Großvater und muss nun zu ihrer anderen Großmutter, Paulina del Valle, von der sie kaum etwas weiß. Sie ist reich und lebt ein üppiges Leben. Mit ihr zieht sie auch nach Chile, dem Herkunftsland ihres Vaters und ihrer Großmutter. Sie kämpft erfolgreich für eine Fotografenausbildung und erfährt mehr über ihre Vergangenheit, als ihr von Krankheit geplagter Vater nach Chile kommt und dort stirbt. 


Später unternimmt sie mit ihrer Großmutter und deren Ehemann eine mehrmonatige Reise nach Europa, wo sie auf ihren zukünftigen, wohlhabenden Ehemann, Diego, trifft. Mit ihm zieht sie auf seine Farm, wird aber nicht glücklich: Er behandelt sie schlecht und als sie erfährt, dass er sie mit der Frau seines Bruders betrügt, will sie eigentlich fliehen, bleibt aber um der Schwiegermutter willen, die sie fest ins Herz geschlossen hat.

Als sie allerdings eine Nachricht erreicht, dass ihre Großmutter schwer krank ist, verlässt sie doch die Farm. Dort trifft sie auf einen Arzt, den sie in Europa kennen gelernt und der ihre Großmutter behandelt hat. Die beiden verlieben sich und sie entscheidet sich dafür, nicht zu ihrem Mann zurückzukehren. Der Tod Paulinas ist Anlass für ihre Großmutter mütterlicherseits wieder Kontakt zu ihrer Enkelin aufzunehmen und Aurora erfährt die letzten Puzzelteile ihres Lebensrätsels: die Geschichte ihrer Mutter. Nun bildet ihr Leben ein einheitliches Ganzes und sie selbst gewinnt an Identität und Herkunftsbewusstsein.



Eindrücke

Es ist schon ein paar Wochen her, dass ich das Buch gelesen habe, allerdings ist es mir im Gedächtnis geblieben, weswegen ich unbedingt eine Rezension dazu schreiben wollte. 
Das Cover hat mich sofort angesprochen. Es wirkt klassisch und antik und gefällt mir unglaublich gut. Auch der Titel wirkt sehr romantisch.
Das Buch ist in drei Zeitabschnitte geteilt: 1862 - 1880, 1880 - 1896 und 1896 - 1910, allerdings hatte ich während des Lesens das Gefühl, dass die Geschichte zeitlos ist. Dadurch konnte ich mich bedingungslos auf die Geschichte einlassen.
Allende erzählt sehr bildreich und baut historische Ereignisse in die Geschichte mit ein, die man dadurch "live" miterlebt. 


Fazit

Insgesamt war ich sehr begeistert. Die Charaktere waren teilweise sehr schrullig, aber auch sehr interessant, vielfältig und wirkten sehr realistsch. Vor allem Paulina del Valle ist ein Charakter über den man sich einerseits den Kopf zerbrechen kann, andererseits aber einfach nur witzig ist. 
Der letzte Satz des Buches lautet:
Ich lebe zwischen diffusen Schattierungen, verhüllten Geheimnissen, Ungewissheiten; der Farbton, in dem ich meine Geschichte erzähle, gleicht sich mehr dem eines Portraits in Sepia an...
Mit dem Hintergrund der Geschichte ist dies einer derjenigen letzten Sätze, die einem lange im Gedächtnis bleiben, was ich als sehr gelungenen Abschied empfinde. Ich kann euch diese Lektüre nur empfehlen!

Insgesamt bekommt das Buch die Wertung:

 Bis bald,

Eure Anne

Kommentare:

  1. hey, da hast du dir ja ein hübsches Bewertungssystem ausgesucht :)
    LG, Lea

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