Sonntag, 27. Oktober 2013

[Rezension] Das Spiel des Engels - Carlos Ruiz Zafón


Das Spiel des Engels - Fischer Verlage






Verlag: Fischer Taschenbuch
Preis: 10,95€
Taschenbuch
Seiten: 720
ISBN: 978-3-596-18644-0









Inhalt

Der Schriftsteller David Martín schreibt Krimiromane von minderer Qualität für einen Verlag, der ihn schonungslos ausbeutet. Sein Herz gehört Cristina, einer Frau, die für seinen besten Freund arbeitet. Als dieser Cristina heiratet, ist er am Boden zerstört und erhält ein verlockendes Angebot von einem geheimnisvollen Verleger namens Corelli. Doch sein Verlag lässt ihn nicht so leicht gehen und auch Martín erkennt, dass Leben und Liebe ein unermüdlicher Kampf sind...



Eindrücke

Ich habe das Buch von einer Freundin ausgeliehen bekommen, die meine Meinung dazu hören wollte. Auf meiner Wunschliste steht zwar Der Schatten des Windes desselben Autors, aber ich bin noch nicht dazu gekommen eines seiner Werke zu lesen.

Die Geschichte um den Schriftsteller David, der mit Hilfe des Buchverkäufers Sempere seine Leidenschaft zu Büchern und der Schriftstellerei entdeckt, fand ich total spannend! Überhaupt mag ich Geschichten darüber sehr gerne! David war mir auch von Anfang an sympathisch und ich konnte mich sofort in ihn hinein versetzen. Auch einige andere auftretende Charaktere, wie der Buchhändler, mochte ich sehr gerne. Man hatte das Gefühl, man würde sie schon ewig kennen. So eine Vertrautheit zwischen Leser und Charakter aufzubauen, finde ich sehr schwierig und ich muss sagen, dass es Zafón sehr gut gelungen ist. Was ich auch sehr gut fand, war, dass es sich nie um eintönige Charaktere handelte, aber manche aber trotzdem leider etwas zu kurz gekommen sind.

Der Schreibstil Zafóns ist unglaublich mitreißend und einfach beeindruckend! Immer wieder nimmt er den Leser auf eine Gefühlsreise mit und fasziniert ihn mit seinen Wortkonstellationen und Satzgestaltungen. Seine Sprache ist relativ gehoben, aber ich finde, dass gerade eine außergewöhnliche Sprache die Magie einer Geschichte und verschiedener Ereignisse auf eine sehr interessante und wirkkungsvolle Art zur Geltung bringen. Durch eine bestimmte Sprache und eine sehr präzise gewählte Wortwahl habe ich immer einen sehr viel intensiveren Eindruck in eine andere Welt mitgenommen zu werden, wo sich bekannte Dinge finden, es aber dennoch neues zu entdecken gibt und die Atmosphäre einfach besonders ist. Dies hatte ich durchgehend bei Zafón und so hatte ich auch ständig ein sehr erfüllendes Gefühl beim Lesen, weil die Stimmung einfach harmonisch war, auch wenn die Ereignisse spannend, unerwartet und auch schokierend waren.

Obwohl das Buch durchgehend gefesselt hat, hatte ich mit dem Ende große Schwierigkeiten. Es lässt zu viele Fragen offen und lässt einen ein bisschen in der Geschichte hängen. Ich wusste leider einfach nicht, wie ich damit umgehen sollte und welche Konsequenzen es mit sich bringt oder welche Schlüsse ich daraus ziehen sollte. 



Fazit

Das Spiel des Engels hat mich mit seiner Sprache und den aufgezeigten Wirrungen des Lebens in jeder Hinsicht überzeugt, wenn auch der ein oder andere Charakter sehr interessant war. Das Ende leider fand ich recht enttäuschend und hat mich persönlich ein bisschen aus dem Rhytmus herausgebracht. Das fand ich wirklich sehr schade, denn Zafón ist in jedem Fall ein bemerkenswerter Wortkünstler, der mit Sprache sehr faszinierende Dinge anstellen kann. Auf jeden Fall möchte ich ein weiteres Buch von ihm lesen - Der Schatten des Windes ist ja DAS große Buch von ihm - und ich freue mich schon darauf, mich in eine andere seiner Welten führen zu lassen!



Kennt ihr schon einen Zafón-Roman?


Bis bald,

Eure Anne

Kommentare:

  1. Für mich persönlich ist "Der Schatten des Windes" auch tatsächlich besser, als "Das Spiel des Engels" - was bei Reihen ja nicht unbedingt üblich ist. Hier kam es mir aber so vor, dass der erste Teil mehr so eine Fingerübung für den Autor war, um in die Welt reinzukommen und im zweiten Teil konnte er dann seine gesamten Fähigkeiten vorführen :) Nichts desto trotz hat mir "Das Spiel des Engels" auch sehr sehr gut gefallen. Ich mag Zafón einfach :D

    Liebste Grüße
    MelMel

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  2. Hi,
    ich finde diesen Autor einfach umwerfend! Habe gerade eben "Marina" beendet, was sehr super war - der Schatten des Windes ist jedoch mein Lieblingsbuch!!!
    Begeistert haben mich einfach alle seine Bücher....!
    Viele Grüße,
    Olivia

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  3. *böse lach*,
    ich glaube du weißt wesswegen ich hier bin und was jetzt auf dich zukommt :D Und das dir die letzte so gut gefallen hat (hoffe ich jedenfalls :D)
    Fantasy-Lesenacht die Dritte - Lesen bis uns Flügel wachsen
    Hast du Lust? ;)

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